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Geschichte der Genossenschaft

Die rechtliche Grundlage für die Gründung von Arbeiterwohnungsgenossenschaften schaffte die damalige DDR-Regierung mit der „Verordnung vom 10.12.1953 über die weitere Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter und der Rechte der Gewerkschaften“ mit dem Ziel, die damalige Wohnungsnot überwinden zu helfen. Eisenbahner der Stadt Hoyerswerda nutzten diese Chance und begannen, auf Basis dieses Gesetzes die Idee in die Tat umzusetzen. Die festliche Gründungsversammlung zur Bildung der „Arbeiterwohnungsgenossenschaft der Reichsbahndienststellen Hoyerswerda“ fand am 4. August 1954 mit insgesamt 18 Gründungsmitgliedern statt. Die Besinnung auf den Genossenschaftsgedanken, der darauf gerichtet ist, nach dem Solidar- und Selbsthilfeprinzip und durch selbstbestimmtes Handeln bezahlbaren und sicheren Wohnraum zu schaffen, war ein durchaus steiniger Weg in einer Geschichtsperiode, in der das sogenannte „Volkseigentum“ allmächtig und das genossenschaftliche Privateigentum unterbewertet wurde. Dennoch investierten die Gründungsmitglieder alle Hoffnung und Kraft in ihre Genossenschaft.

Bereits 1955 war Baubeginn für die ersten 4 Doppelhäuser in der damaligen Str. der Solidarität 15-22, der heutigen „F.- Heckert - Siedlung“. Mit viel Enthusiasmus und großer Aufopferung arbeiteten die Genossenschafter in ihrer Freizeit und während des Urlaubes unter Mitwirkung von Familienangehörigen, Freunden und Bekannten. Die Arbeiten umfassten die Errichtung der unterirdischen Wirtschaft, den Aushub der Baugruben, alle möglichen Maurer-, Maler-, Tischler- Klempner- und Dachdeckerarbeiten bis hin zur Erstellung der Außenanlagen. Die Fertigstellung der ersten 8 Wohnungen erfolgte noch im gleichen Jahr.

 

1959 begann die Errichtung der ersten mehrgeschossigen Wohnhäuser in monolitischer Bauweise (Stein auf Stein) in der Luxemburgstr., Schulstr., Steinbrückstr., Heinestr., Liebknechtstr., K.-Marx-Str. (der heutigen Kolpingstraße ) und der Kirchstraße mit insgesamt 211 Wohneinheiten, der Mitgliederbestand bei beiden Genossenschaften betrug 603, 184 Wohnungen waren bereits bezogen.

 

Durch Zusammenschlüsse mehrerer kleinerer Genossenschaften (AWG Spreetal, AWG Laubusch, AWG Lohsa) stieg die Mitgliederzahl rasch an.

 

Die wachsende Nachfrage nach Kohle, Gas und anderen Veredlungsprodukten aus dem VEB Kombinat Schwarze Pumpe bedingte die Ansiedlung neuer AK und wirkte sich enorm auf die Entwicklung der Stadt Hoyerswerda aus – erste Konzeptionen, dass im Jahr 1980 die Stadt 45.000 Einwohner zählt, mussten schnell revidiert werden.

 

In unserer Wohnungsgenossenschaft konnte im Jahr 1974 in der Gerhard-von-Scharnhorst-Straße die 6000. Wohnung, und bereits 1975, kurz vor dem Abschluss des Wohnungsbaues im Baugebiet „Kühnichter Heide“, in der Florian-Geyer-Str. 21 die 7000. Genossenschaftswohnung übergeben werden.

 

Mit der Errichtung des Baugebietes III/E im Jahr 1976 wurden erstmals in Hoyerswerda Wohngebäude errichtet, in deren Parterrebereich Geschäfte, Ladenlokale, medizinische Versorgungseinrichtungen - die so genannten Funktionsunterlagerungen - eingerichtet wurden.

 

1986 konnten von der Genossenschaft die Ersten von insgesamt 330 Wohnungen des sehr gefragten Wohnungstyps „WBS 70“ im 10. neustädtischen Wohngebiet übernommen werden. Am 30.05.1988 wurde in der Otto-Nagel-Str. 50 die 10.000. Genossenschaftswohnung übergeben.

 

Mit der politischen Wende ab dem Spätherbst des Jahres 1989 gab es zwangsläufig große und vielfältige Veränderungen bei der Wohnungsgenossenschaft.

Um das Problem der gestiegenen Betriebskosten, insbesondere der Wärme- und Wasserkosten kostengünstig beeinflussen zu können, rüstete die Genossenschaft ab Herbst 1990 bis Juni 1992 alle Wohnungen mit Kalt- und Warmwasserversorgung mit Warmwasserzählern aus und schuf damit für diese Betriebskostenart die Voraussetzung für eine individuelle Kostenabrechnung je Wohnung.

Eine wesentliche Verbesserung unserer wirtschaftlichen Lage brachte die per 1.10.1991 in Kraft gesetzte 1. Grundmietenverordnung, mit der auf dem Gebiet der neuen Bundesländer erstmalig seit 1936 Schritte zur Herbeiführung einer kostendeckenden Miete eingeleitet wurden. Ein umfangreiches Sanierungs- und Modernisierungsprogramm konnte seinen Anfang nehmen.

 

Durch den wirtschaftlichen Niedergang in unserer Region und die damit verbundene Leerstandsentwicklung entwickelte die Genossenschaft verschiedene Strategien zur Bestandsauslastung. Wohnungszuschnittsänderung war die Zauberlösung in dieser Zeit. Hier erfolgten neben Umgestaltungen in der horizontalen auch die in der vertikalen Wohnebene. Daneben reiften Vorstellungen, durch Abriss die Stadtgestaltungentwicklung zu forcieren.

Am 26.06.2003 wurde durch die Vertreterversammlung die Umfirmierung der Wohnungsgenossenschaft Hoyerswerda eG in „LebensRäume Hoyerwerda eG“ beschlossen.

Das erste Sommerfest der Genossenschaft am 05.07.2003, dem internationalen Genossenschaftstag, wurde  genutzt, die Neufirmierung  in der Öffentlichkeit zu präsentieren und über die daraus resultierenden Veränderungen im künftigen Auftreten der Genossenschaft zu informieren.

Das Wort „Leben“ im Namen der Genossenschaft steht im weitesten Sinne für Wohnen, Wohlfühlen, Lebensqualität und soziales Engagement. Mit „Räume“ sollen nicht nur die Dienstleistungen für modernes Wohnen beschrieben werden, sondern auch das Engagement für Stadtumbau, Wohnumfeldverbesserung und Umwelt zum Ausdruck kommen.

 

Wenn das Stadtbild von Hoyerswerda heute interessanter und lebensfroher anzuschauen ist, so hat auch die LebensRäume Hoyerswerda eG mit ihren Modernisierungsleistungen  und Neubauten dazu beigetragen, neue Blickpunkte zu schaffen, mit denen sich die Einwohner identifizieren. Das Problem des notwendig gewordenen Wohnungsrückbaus infolge strukturell bedingten Leerstands wird heute von der Genossenschaft und deren Mitgliedern als Chance zur Umgestaltung bewertet und man versteht diese Situation als Indiz zur Veränderung und künftig komfortableren Wohnens in Hoyerswerda und Umgebung.